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Studium an der Universität Bologna – Leitfaden für Bewerber 2026 | College Council
Studium in Europa 35 Min. Lesezeit

Studium an der Universität Bologna – Leitfaden für Bewerber 2026

Studieren an der Università di Bologna – der ältesten Universität der Welt. Zulassungsvoraussetzungen 2026, englischsprachige Studiengänge, Kosten, Stipendien und Studentenleben in Italien.

Studium an der Universität Bologna – Leitfaden für Bewerber 2026

Die Universität Bologna (ital. Alma Mater Studiorum – Università di Bologna) ist ein Ort, an dem Geschichte auf Moderne trifft. Im Jahr 1088 gegründet, gilt sie als die älteste ununterbrochen betriebene Universität der Welt, und ihre jahrhundertealte akademische Tradition hat die Gestaltung des europäischen Hochschulwesens maßgeblich beeinflusst. Im Folgenden präsentieren wir einen umfassenden Leitfaden für ein Studium an dieser renommierten Hochschule im akademischen Jahr 2025/2026 – von einem historischen Überblick und der Position in Rankings über den Bewerbungsprozess und das Studienangebot bis hin zum Studentenleben, den Lebenshaltungskosten und den beruflichen Perspektiven der Absolventen. Wenn Sie über ein Studium in Italien nachdenken, könnte Bologna – La Dotta (die Gelehrte) – die ideale Wahl sein. Und wenn Sie gerade erst beginnen, ein Studium im Ausland zu planen, hilft Ihnen dieser Artikel zu beurteilen, ob die Alma Mater Studiorum die richtige Hochschule für Sie ist.

Geschichte der Universität

Die älteste Hochschule Europas Die Universität Bologna wurde offiziell im Jahr 1088 gegründet (dieses Datum ist im Motto der Universität zu finden: Alma Mater Studiorum – „Nährende Mutter der Studien“) und gilt als die älteste Universität, die bis heute ununterbrochen in Betrieb ist. Ursprünglich funktionierte sie als Zusammenschluss unabhängiger Schulen für Recht und freie Künste, die sich mit der Zeit zu einer organisierten universitas scholarium – einer Gilde von Studenten und Lehrenden – entwickelten. Genau in Bologna entstand das Konzept der universitas als Gemeinschaft von Gelehrten und Studenten, was zum Vorbild für andere mittelalterliche akademische Zentren in Europa wurde. Die Universität erlangte schnell Berühmtheit für ihre Rechtswissenschaften – hier legten Irnerius und nachfolgende Glossatoren die Grundlagen des europäischen römischen Rechts. Einfluss auf das europäische Bildungssystem Über Jahrhunderte hinweg blieb die Universität Bologna ein wichtiger Bezugspunkt für das Hochschulwesen. Im Jahr 1988, zum 900-jährigen Bestehen, unterzeichneten hier die Rektoren europäischer Hochschulen die Magna Charta Universitatum – ein Dokument, das gemeinsame Werte und die Autonomie der Universitäten festlegt. Ein Jahr später wurde der sogenannte Bologna-Prozess initiiert: 1999 unterzeichneten in Bologna die Bildungsminister von 29 Ländern die Bologna-Erklärung, die eine Reform zur Harmonisierung des Studiensystems in Europa einleitete (Einführung dreistufiger Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengänge sowie eines vergleichbaren ECTS-Punktesystems). Dadurch wurde der Name der Stadt heute zum Synonym für den gesamteuropäischen Prozess der Harmonisierung der Hochschulbildung. Berühmte Absolventen und historische Persönlichkeiten Über fast tausend Jahre hinweg verließen herausragende Persönlichkeiten die Mauern der Universität Bologna, die die Geschichte von Wissenschaft und Kultur mitgestalteten. Hier studierten oder lehrten unter anderem die mittelalterlichen Dichter und Humanisten Dante Alighieri und Petrarca, der Astronom Nikolaus Kopernikus (Student des Kanonischen Rechts von 1496–1500), der Philosoph und Schriftsteller Umberto Eco, der Erfinder des Radios Guglielmo Marconi sowie viele Päpste und Staatsmänner. Bemerkenswert ist, dass bereits im 13. Jahrhundert an der Universität Bologna die erste Frau ihren Abschluss machte – Bettisia Gozzadini (1246), und im 18. Jahrhundert war Laura Bassi hier die erste Professorin für Naturwissenschaften. Eine solch beeindruckende Liste von Absolventen zeugt von der historischen Bedeutung der Alma Mater und dem Einfluss, den sie auf nachfolgende Generationen von Intellektuellen ausgeübt hat.

Prestige und Rankings

Internationaler Ruf

Heute genießt die Universität Bologna nicht nur historisches Prestige, sondern auch eine hohe Position in globalen akademischen Rankings. In den führenden weltweiten Ranglisten platziert sich die Universität regelmäßig unter den Top 200 Universitäten der Welt. Zum Beispiel belegt sie im QS World University Rankings 2025 den 133. Platz weltweit, was sie zur drittplatzierten Universität in Italien macht. Im Ranking Times Higher Education 2025 landete die UniBo auf dem 155. Platz global, und im Academic Ranking of World Universities (ARWU) liegt sie im Bereich der Plätze 201–300 weltweit. Solche Ergebnisse positionieren die Bologneser Alma Mater im Spitzenfeld des Landes und hoch unter den besten Universitäten Europas.

Vergleich mit anderen Hochschulen

Im Vergleich zu anderen europäischen Universitäten schneidet die Universität Bologna sehr gut ab – insbesondere angesichts ihres vielseitigen wissenschaftlichen Profils. In vielen Disziplinen platziert sie sich in der weltweiten Spitzengruppe: Laut QS by Subject 2025 gehört die UniBo in 28 Wissenschaftsbereichen zu den 100 besten Universitäten der Welt, und in 18 Disziplinen ist sie die höchstplatzierte Universität in Italien. Dies betrifft unter anderem Studiengänge wie Jura, klassische Geisteswissenschaften, Medizin oder Ingenieurwesen. Darüber hinaus kann die Universität Bologna eine ausgezeichnete akademische Reputation vorweisen – in der Bewertung internationaler Arbeitgeber und wissenschaftlicher Kreise gilt sie als eine der bekanntesten Bildungsmarken (1. Platz in Italien hinsichtlich der akademischen Reputation im QS-Ranking). Die Universität ist auch führend in nationalen italienischen Rankings – seit über einem Jahrzehnt belegt sie die höchste Position unter den großen öffentlichen Universitäten Italiens. All dies macht die Alma Mater Studiorum zu einem Synonym für Qualität in Lehre und Forschung. Unter anderen prestigeträchtigen italienischen Hochschulen sind die Universität Bocconi (führend im Bereich Wirtschaft und Business) und das Politecnico di Milano (führende technische Universität) zu nennen, mit denen die UniBo oft in Rankings europäischer Universitäten, die den SAT akzeptieren, verglichen wird.

Bewerbungsprozess und Anforderungen für deutsche Bewerber

Wer kann in Bologna studieren?

Die Universität Bologna ist offen für Bewerber aus der ganzen Welt, darunter natürlich auch aus Deutschland. Bürger der Europäischen Union (also Deutsche) bewerben sich zu den gleichen Bedingungen wie Italiener – das bedeutet, dass für sie keine Quoten für Ausländer oder zusätzliche Visumverfahren gelten. Es müssen jedoch bestimmte akademische und formale Anforderungen erfüllt werden, um zum Studium zugelassen zu werden.

Zulassungsvoraussetzungen

Grundlage für eine Bewerbung ist ein entsprechendes Zeugnis oder Diplom, das zur Aufnahme eines Hochschulstudiums berechtigt. Für Bachelorstudiengänge muss ein Bewerber aus Deutschland ein Abiturzeugnis (Hochschulzugangsberechtigung) besitzen – übersetzt ins Italienische oder Englische und mit einer Apostille versehen. Für Masterstudiengänge ist ein Bachelor-Diplom erforderlich (ebenfalls übersetzt und beglaubigt). Notwendig ist auch das Ausfüllen eines Bewerbungsformulars auf der Universitätsplattform sowie die Einreichung der erforderlichen Dokumente (Kopien von Reisepass/Personalausweis, Fotos etc.). Ein sehr wichtiges Kriterium sind die Kenntnisse der Unterrichtssprache – Bewerber müssen ihre Sprachkenntnisse in der Sprache, in der der gewählte Studiengang unterrichtet wird, nachweisen. In der Praxis bedeutet dies die Anforderung von Italienisch- oder Englischkenntnissen auf mindestens B2-Niveau. Die Universität akzeptiert Sprachzertifikate wie IELTS (mit einem Ergebnis von mindestens 6.0) oder TOEFL (mindestens 80 Punkte), die diese Kenntnisse bestätigen. Wenn der Studiengang auf Italienisch unterrichtet wird, wird oft ein zusätzlicher Italienischtest für Ausländer organisiert (es sei denn, der Bewerber besitzt ein CILS-, CELI-Zertifikat o.ä.). Einige Programme können auch die Einreichung eines Motivationsschreibens oder von Empfehlungsschreiben erfordern – insbesondere für Master- und Promotionsstudiengänge.

Aufnahmeprüfungen

Es ist wichtig zu betonen, dass einige Studiengänge eine begrenzte Anzahl von Studienplätzen haben (sog. numero chiuso). Dies betrifft zum Beispiel Medizin, Zahnmedizin, Architektur oder einige Ingenieurstudiengänge. Für solche Studiengänge gelten zusätzliche Aufnahmeprüfungen. Zum Beispiel müssen Bewerber für medizinische Studiengänge die IMAT-Prüfung (für englischsprachige Programme) oder einen nationalen Test in italienischer Sprache ablegen. Einige Programme an der UniBo akzeptieren auch das Ergebnis des SAT-Tests – es lohnt sich, die SAT-Anforderungen an einzelnen Universitäten in Italien sowie welches SAT-Ergebnis in Europa erforderlich ist zu überprüfen. Künstlerische Studiengänge können die Vorlage eines Portfolios von Arbeiten erfordern. Diese Prüfungen finden zu festgelegten Terminen statt (üblicherweise im Frühjahr oder Sommer), und ein positives Ergebnis ist Voraussetzung für die Zulassung zum Studium. Für die meisten anderen Programme basiert die Zulassung hauptsächlich auf der Bewertung der eingereichten Dokumente (Zeugnisse, Noten, Zertifikate) und sieht keine separate Prüfung vor – Ausnahmen können z.B. Eignungstests oder Vorstellungsgespräche in einigen Masterstudiengängen sein.

Bewerbungsschritte – Schritt für Schritt

Der Bewerbungsprozess an der Universität Bologna beginnt lange im Voraus, daher ist es ratsam, die Bewerbung ein Jahr im Voraus zu planen. Ein typischer Zeitplan sieht wie folgt aus:

  1. Januar – März: Online-Registrierung im Universitätssystem (Erstellung eines Kontos im Studenti Online Portal, Auswahl des Studiengangs, Ausfüllen des Bewerbungsformulars).
  2. Februar – April: Einreichung der erforderlichen Dokumente über die Plattform (Scans von Zeugnissen/Diplomen mit Übersetzungen, Sprachzertifikate, Lebenslauf, Motivationsschreiben etc.).
  3. Mai – Juni: Teilnahme an eventuellen Aufnahmeprüfungen oder Vorstellungsgesprächen (falls für den jeweiligen Studiengang erforderlich).
  4. Juni – Juli: Bekanntgabe der Zulassungsergebnisse. Bewerber werden über ihre Zulassung informiert und bestätigen ihre Studienabsicht (oft durch Zahlung einer Registrierungsgebühr).
  5. Juli – September: Erledigung der Formalitäten im Zusammenhang mit der Immatrikulation – Einreichung der Originaldokumente beim Dekanat, Zahlung der ersten Studiengebührenrate, Erhalt der Matrikelnummer (Studentenausweisnummer).

Die genauen Termine können je nach Fakultät und Programm variieren, daher sollten Sie unbedingt die Informationen auf der Website des gewählten Studiengangs verfolgen. Studiengänge mit begrenzten Studienplätzen führen die Zulassung manchmal früher oder in separaten Runden durch, daher sollten Bewerber darauf besonders achten. Nach erfolgreichem Abschluss des Bewerbungsprozesses bleibt nur noch, nach Bologna zu reisen und das neue akademische Jahr zu beginnen (in Italien beginnen die Vorlesungen in der Regel im Oktober).

Tipps für deutsche Bewerber

Um ihre Chancen zu erhöhen, sollten deutsche Bewerber frühzeitig für die Übersetzung und Umrechnung ihrer Abiturzeugnisse durch einen vereidigten Übersetzer sowie die Einholung einer Apostille beim zuständigen Außenministerium sorgen. Es ist auch ratsam, ein anerkanntes Sprachzertifikat (z.B. IELTS/TOEFL oder CILS für Italienisch) auf dem von der Universität geforderten Niveau abzulegen – dies erleichtert und beschleunigt das Zulassungsverfahren. Es ist gut, sich frühzeitig auf die Aufnahmeprüfungen vorzubereiten (Materialien aus früheren Jahren, Foren und Gruppen für Bewerber sind verfügbar). Die Universität Bologna bietet Online-Informationsveranstaltungen für Ausländer an und unterstützt durch das International Office – zögern Sie nicht, dies zu nutzen, um Zweifel bezüglich der Bewerbung auszuräumen. Denken Sie daran, dass der Wettbewerb für renommierte Studiengänge (z.B. Medizin) groß ist, aber auch ein hoher Prozentsatz der Bewerber angenommen wird – die allgemeine Akzeptanzrate an der UniBo liegt bei ca. 73%, was den freundlichen, inklusiven Ansatz der Universität widerspiegelt. Der Schlüssel ist eine sorgfältige Vorbereitung und die fristgerechte Erledigung aller Formalitäten.

Studienstruktur und verfügbare Studiengänge

Das Bologna-System in der Praxis

Als Wiege des Bologna-Prozesses wendet die Universität Bologna eine dreistufige Studienstruktur an: Bachelorstudiengänge (Laurea), die 3 Jahre dauern und mit einem Bachelor-Abschluss (oder Ingenieur) enden, Masterstudiengänge (Laurea Magistrale) – 2-jährige weiterführende Masterstudiengänge, sowie Promotionsstudiengänge (Dottorato di Ricerca), die in der Regel 3-4 Jahre dauern. Die Universität bietet auch eine breite Palette an Postgraduiertenstudiengängen und MBA-Programmen an. Die Organisationsstruktur der UniBo basiert auf Fakultäten (Departements), die verwandte Studiengänge zusammenfassen. Derzeit verfügt die Alma Mater Studiorum über 31 Fakultäten (Dipartimenti), die für Lehre und Forschung in ihren jeweiligen Bereichen zuständig sind. Innerhalb der Universität gibt es auch mehrere Spezialschulen (z.B. die Schule für Medizin und Chirurgie, die Schule für Wirtschaft und Management), und herausragende Studierende können dem elitären Collegio Superiore beitreten, das ein zusätzliches akademisches Programm anbietet. Multicampus – Studieren in Bologna und darüber hinaus. Obwohl der Hauptsitz in Bologna liegt, agiert die Universität im Multicampus-Modell. Sie verfügt über 5 Campusse, die in der Region Emilia-Romagna verteilt sind: neben Bologna sind dies die Städte Cesena, Forlì, Ravenna und Rimini. Jeder dieser Standorte bietet einen Teil der Studiengänge an, oft spezialisiert (z.B. in Rimini – Tourismus und Mode, in Cesena – Informatik und Ingenieurwesen). Darüber hinaus unterhält die Universität Bologna Auslandsniederlassungen – ein Zentrum in Buenos Aires sowie Vertretungen in Brüssel, Shanghai und New York. Diese Struktur ermöglicht es den Studierenden, an verschiedenen Orten zu studieren, bietet aber gleichzeitig Zugang zu den Ressourcen der gesamten Universität. In Bologna befindet sich das historische Herz der Universität – der historische Palazzo Poggi, wo sich wichtige Institutionen, Universitätsmuseen und eine Bibliothek mit unschätzbaren Manuskripten befinden.

Umfassendes Studienangebot

Die Universität Bologna gehört zu den größten in Europa – sie bildet derzeit über 90.000 Studierende auf verschiedenen Ebenen aus. Zur Auswahl stehen über 200 Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Dutzende von Promotionsstudiengängen. Das Profil der Universität ist vielseitig – es umfasst Geistes-, Sozial-, Natur-, Ingenieur- und Medizinwissenschaften. Die beliebtesten und prestigeträchtigsten Studiengänge spiegeln sowohl die historischen Traditionen der UniBo als auch die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes wider. Zu den Flaggschiffen gehören unter anderem:

  • Rechts- und Politikwissenschaften – ein Studiengang mit über 900-jähriger Tradition, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht, und als eines der besten juristischen Programme in Europa gilt. Die Bologneser Rechtsschule setzte seit dem Mittelalter Standards in diesem Bereich, und auch heute genießen Absolventen der Rechtswissenschaften einen ausgezeichneten Ruf.
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften – prestigeträchtige medizinische und verwandte Studiengänge (Pharmazie, Veterinärmedizin), die in Zusammenarbeit mit führenden Krankenhäusern der Region durchgeführt werden. Die Universität verfügt über eine eigene Poliklinik Sant’Orsola und bindet Studierende in biomedizinische Forschung auf Weltniveau ein.
  • Naturwissenschaften – z.B. Mathematik, Physik, Chemie, Biologie – Programme, die solide theoretische Grundlagen mit praktischer Arbeit in modernen Forschungslaboren verbinden. Bologna ist seit den Zeiten von Galvani und Malpighi berühmt für wissenschaftliche Entdeckungen, was bis heute fortgesetzt wird.
  • Ingenieurwesen und Informationstechnologien – eine breite Palette von Studiengängen, von Bauwesen und Mechanik bis hin zu Informatik, Automatisierung und Künstlicher Intelligenz. Diese Programme werden ständig modernisiert, um aktuellen technischen Herausforderungen zu begegnen – der Schwerpunkt liegt auf neuesten Technologien (z.B. KI, Data Science) und der Zusammenarbeit mit der Industrie.
  • Geistes- und Sozialwissenschaften – u.a. Philologien (einschließlich der klassischen Philologie, für die Bologna berühmt ist), Kunstgeschichte, Philosophie, Soziologie, Wirtschaft. Die Universität Bologna bietet einzigartige Studiengänge wie Kulturanthropologie oder Musikwissenschaft an, basierend auf dem reichen kulturellen Erbe der Stadt (hier wirkten große Humanisten der Renaissance).

Programme in englischer Sprache

Für internationale Studierende (und nicht nur) ist die wachsende Zahl der vollständig auf Englisch angebotenen Programme ein großer Vorteil. Die Universität Bologna bietet über 90 solcher Studiengänge auf verschiedenen Niveaus an – von Wirtschaft und Business über Politikwissenschaften bis hin zu Ingenieurwesen und Life Sciences. Beispiele für englischsprachige Programme sind u.a.: Business and Economics (Wirtschaft und Ökonomie, 3-jähriger Bachelorstudiengang), International Relations and Diplomatic Affairs (Internationale Beziehungen und Diplomatie), Genomics (Genomik, ein innovativer Studiengang an der Schnittstelle von Biologie und Informatik). Es sind auch englischsprachige Masterstudiengänge in Informatik, Umwelttechnik, Management und sogar Medizin verfügbar (6-jähriges Programm Medicine and Surgery in englischer Sprache). Diese Programme ziehen Studierende aus der ganzen Welt an und bereiten sie auf eine Karriere in einem internationalen Umfeld vor. Wichtig ist, dass viele davon in Zusammenarbeit mit ausländischen Universitäten durchgeführt werden – sie bieten Doppelabschlüsse oder Austauschprogramme an, sodass Studierende einen Teil der Kurse z.B. in Frankreich, Spanien oder sogar außerhalb Europas absolvieren können.

Austausch und Auslandsstudium

Studierende der UniBo haben vielfältige Möglichkeiten, internationale Erfahrungen zu sammeln. Die Universität nimmt am Erasmus+-Programm teil und hat Verträge mit über 500 Partneruniversitäten weltweit unterzeichnet. Jedes Jahr reisen Hunderte von Bologneser Studierenden für ein oder zwei Semester in andere europäische Länder, und Bologna empfängt eine ebenso große Anzahl von Erasmus-Studierenden (es ist eines der beliebtesten Erasmus-Ziele in Europa). Darüber hinaus bietet die Universität gemeinsame Studien- und Doppelabschlussprogramme an (z.B. mit der Universität Valencia, der University of Edinburgh oder dem Politecnico di Milano). Regelmäßig werden internationale Sommerschulen, Workshops und Forschungsprojekte organisiert, an denen Studierende verschiedener Nationalitäten teilnehmen. Dadurch können bereits während des Studiums globale Kontakte geknüpft und Erfahrungen in einem multikulturellen Umfeld gesammelt werden.

Studentenleben

Atmosphäre der Stadt und des Campus

Bologna ist eine echte Studentenstadt – die rund 400.000 Einwohner zählende Stadt beherbergt jedes Jahr Zehntausende von Studierenden, die ihr eine einzigartige Atmosphäre verleihen. Zwei Spitznamen Bolognas sagen viel über das Studentenleben aus: „La Dotta“ (die Gelehrte) unterstreicht die akademische Atmosphäre, und „La Grassa“ (die Fette) bezieht sich auf die berühmte Bologneser Küche und die Festmahle, an denen Studierende gerne teilnehmen. Das historische Stadtzentrum ist voller mittelalterlicher Arkaden, unter denen sich Buchhandlungen, Cafés und Bars verbergen – beliebte Treffpunkte junger Leute. Die Universität hat keinen einzigen geschlossenen Campus; stattdessen sind die Fakultäten und Wohnheime über ganz Bologna verteilt, wodurch die Stadt selbst ein „Campus“ ist. Beim Spaziergang durch die Straßen trifft man an jeder Ecke Studierende mit Notizen, hört Diskussionen in verschiedenen Sprachen, und abends füllen sich die Plätze mit dem geschäftigen Treiben geselliger Zusammenkünfte.

Studentenorganisationen und Kultur

An der Universität Bologna gibt es Dutzende von Studentenorganisationen und wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaften, die dafür sorgen, dass neben den akademischen Veranstaltungen viel geboten wird. Es gibt eine Studentenvertretung und zahlreiche Vereine mit unterschiedlichen Profilen – von internationalen (wie dem Erasmus Student Network, AEGEE) bis hin zu lokalen Interessengruppen (z.B. Studententheater, Chor Collegium Musicum, Filmclub, Freiwilligenorganisationen). Das ganze Jahr über werden akademische und kulturelle Veranstaltungen organisiert: wissenschaftliche Konferenzen und Symposien, Lesungen und Debatten, aber auch Filmabende, Konzerte, Ausstellungen, Sportwettkämpfe. Sehr beliebt sind thematische Aperitivi – Integrationsabende, oft verbunden mit der Präsentation von Kulturen verschiedener Länder (die multinationale Studentengemeinschaft teilt gerne ihre Musik, Küche und Bräuche). Bologna ist auch bekannt für Film- und Musikfestivals, die Studierende anziehen (z.B. Cinema Ritrovato oder Bologna Jazz Festival). Es mangelt auch nicht an traditionellen Studentenpartys – Clubs und Pubs im Universitätsviertel pulsieren besonders an Donnerstag- und Freitagabenden.

Sport und Freizeit

Die Universität fördert körperliche Aktivität durch das Centro Universitario Sportivo (CUS Bologna) – einen Sportverein mit einem breiten Angebot an Sektionen (u.a. Fußball, Basketball, Volleyball, Tennis, Kampfsport, Klettern). Studierende können Sportanlagen zu Vorzugskonditionen nutzen, und die UniBo-Teams treten bei den akademischen Meisterschaften Italiens an. Jedes Jahr werden auch interfakultäre Spiele und Freizeitveranstaltungen organisiert, z.B. Radtouren in der Umgebung oder Bergtouren in den nahegelegenen Apennin. Ein beliebter Erholungsort unter Studierenden sind die Giardini Margherita – ein großer Stadtpark, wo im Sommer Open-Air-Filmvorführungen und Picknicks stattfinden.

Unterkunft: Wohnheim oder Wohnung?

Die meisten internationalen Studierenden stehen vor der Wahl: im Wohnheim wohnen oder ein Zimmer in der Stadt mieten. Universitätswohnheime (verwaltet von der Organisation ER.GO) bieten die wirtschaftlichsten Unterkunftsoptionen – die Preise beginnen bei ca. 250 € pro Monat für einen Platz in einem Doppelzimmer. Der Standard der Wohnheime ist unterschiedlich; einige befinden sich in modernen Komplexen, andere in historischen Gebäuden im Zentrum. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, daher ist es ratsam, sich sofort nach der Zulassung zum Studium für ein Wohnheim zu bewerben. Eine Alternative ist die private Miete – in Bologna ist das Teilen einer Wohnung mit Mitbewohnern sehr beliebt. Die durchschnittlichen Kosten für ein Zimmer in einer Studentenwohnung liegen bei 350–500 € pro Monat (je nach Standard und Lage). Man kann auch einen Platz in einem Doppelzimmer für ca. 300 € finden. Die meisten Angebote für Studentenwohnungen erscheinen im Sommer, vor Beginn des akademischen Jahres – dann sind die Preise auch am höchsten. Tipp: Es ist gut, Facebook-Gruppen beizutreten, die der Suche nach Mitbewohnern in Bologna gewidmet sind, und die Anzeigen an den Universitätsaushängen zu verfolgen. Die Universität betreibt auch den Dienst Housing Bo, der neuen Studierenden bei der Wohnungssuche hilft.

Soziales Leben und Integration

Deutsche Studierende finden sich in der Bologneser Gemeinschaft in der Regel schnell zurecht – dazu tragen sowohl die Offenheit der Italiener als auch der internationale Charakter der Universität bei. Zu Beginn des Jahres werden Orientierungs- und Integrationsveranstaltungen für neue Studierende organisiert, oft unter Beteiligung von Mentoren aus höheren Semestern. Es gibt ein Buddy-Programm – lokale Studierende helfen Ausländern bei der Eingewöhnung (von der Abholung am Bahnhof bis zur gemeinsamen Erledigung der ersten Formalitäten). Um die Studienzeit in Bologna voll auszuschöpfen, lohnt es sich, aktiv am Universitätsleben teilzunehmen: einer Studentenorganisation beizutreten, sich ehrenamtlich zu engagieren oder an Workshops teilzunehmen. Eine ausgezeichnete Idee ist auch die Nutzung der kostenlosen Italienischkurse, die vom universitären Sprachenzentrum (CLA) angeboten werden – diese Kurse vermitteln nicht nur die Sprache, sondern ermöglichen auch das Kennenlernen von Menschen aus aller Welt. Dadurch ist es einfacher, Freundschaften mit italienischen Studierenden zu schließen und sich als Teil der lokalen Gemeinschaft zu fühlen. Es ist ratsam, Freundschaften mit anderen Deutschen in Bologna zu schließen (schon allein zur Unterstützung in der Muttersprache) – suchen Sie nach Facebook-Gruppen für Deutsche in der Region Emilia-Romagna. Denken Sie jedoch daran, sich nicht in einer „Blase“ zu verschließen – nutzen Sie die Gelegenheit, Menschen aus verschiedenen Ländern kennenzulernen.

Lebenshaltungskosten und Finanzierung

Studiengebühren und Kosten für das Studium

In Italien sind öffentliche Studien kostenpflichtig, aber die Höhe der Studiengebühren an der Universität Bologna ist moderat und hängt von der finanziellen Situation des Studierenden ab. Die jährlichen Studiengebühren betragen etwa 150 € bis 3.500 €, je nach Studiengang und Einkommen der Familie des Studierenden. Für die meisten Studiengänge liegen die Sätze im Bereich von 1.000–2.000 Euro pro Jahr – im Durchschnitt etwa 2.100 € pro Studienjahr. Die Universität wendet ein Sozialhilfesystem an: Studierende können eine Einkommenserklärung (den sogenannten ISEE-Index) einreichen und auf dieser Grundlage eine Ermäßigung der Studiengebühren oder eine Befreiung von den Gebühren erhalten. Die talentiertesten und weniger wohlhabenden können sogar mit einer vollständigen Befreiung von den Studiengebühren rechnen. Die jährliche Gebühr wird üblicherweise in zwei Raten aufgeteilt – die erste (Registrierungsgebühr) ist im Herbst fällig, die zweite im Frühjahr.

Lebenshaltungskosten – Unterkunft und Verpflegung

Im Vergleich zu anderen akademischen Städten Westeuropas sind die Lebenshaltungskosten in Bologna vergleichsweise erschwinglich. Das durchschnittliche monatliche Budget eines Studierenden beträgt etwa 800–1200 €, wobei natürlich viel vom Lebensstil abhängt. Die größte Ausgabe ist die Unterkunft: Wie erwähnt, kostet ein Platz im Wohnheim mindestens 250 € pro Monat, ein Privatzimmer 350–500 €. Hinzu kommen Nebenkosten (bei einer Wohngemeinschaft ca. 50-70 € pro Person und Monat). Verpflegung: Beim Einkaufen im Supermarkt geben Sie pro Woche etwa 60 € aus. Die Preise für Essen in der Stadt sind unterschiedlich – eine Pizza mit Bier kostet ca. 15 €, ein Kaffee mit Croissant zum Frühstück ca. 2,50 €. Glücklicherweise haben Studierende Zugang zu subventionierten Mensen: Ein komplettes Mittagessen in der Universitätsmensa kostet 4,50–6 €, eine Portion Pasta oder Salat sogar weniger. Tagsüber sind auch Studentenbars beliebt, die Sandwiches und Panini für ca. 5 € anbieten. Transport: Bologna ist nicht riesig, daher bewegen sich viele Studierende zu Fuß oder mit dem Fahrrad (ein beliebtes Transportmittel, die Stadt verfügt über ein gut ausgebautes Radwegenetz). Ein Monatsticket für öffentliche Verkehrsmittel (Busse) für Studierende kostet 27 € (Einzelticket 1,50 €). Eine einmalige größere Ausgabe ist der Kauf von Lehrbüchern – ein Satz neuer Bücher pro Semester kann 50–100 € kosten, aber viele Studierende nutzen Bibliotheken oder kaufen gebrauchte Materialien. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lebenshaltungskosten in Bologna an das Budget angepasst werden können: Wer sparsam lebt, kommt mit ca. 700 € pro Monat aus, bei einem komfortableren Lebensstil sollte man mit ca. 1000 €+ pro Monat rechnen.

Stipendien und finanzielle Unterstützung

Die Universität Bologna bemüht sich, dass talentierte Studierende unabhängig von ihrer finanziellen Situation ein Studium aufnehmen können. Es gibt ein umfassendes Stipendiensystem auf Universitäts- und Regionalebene. Am bekanntesten sind die Stipendien Unibo Action 1 und 2 – Programme zur finanziellen Unterstützung der besten internationalen Bewerber. Unibo Action 1 ist eine Befreiung von den Studiengebühren für herausragende Studierende, die ein Bachelor- oder Masterstudium beginnen, während Unibo Action 2 zusätzlich ein monatliches Stipendium zur Deckung der Lebenshaltungskosten bietet (oft in Höhe von ca. 700 € pro Monat). Die Vergabe dieser Stipendien hängt hauptsächlich von den Studienleistungen (Noten des Zeugnisses oder Diploms) und den Leistungen des Bewerbers ab. Darüber hinaus gibt es staatliche Stipendien Italiens für Ausländer sowie regionale Unterstützung von ER.GO für Personen mit geringem Einkommen (kann Ermäßigungen für Wohnheime, Verpflegung etc. umfassen). Eine detaillierte Übersicht über Stipendienoptionen in verschiedenen Ländern finden Sie in unserem Leitfaden zu Stipendien für ein Studium in Europa. Es lohnt sich auch, die Möglichkeit eines Erasmus+-Stipendiums zu prüfen (wenn Sie einen Teil des Studiums im Ausland planen) oder Stipendien von privaten Stiftungen. Deutsche Studierende können zusätzlich von Programmen wie FULBRIGHT, DAAD oder anderen nationalen Förderprogrammen profitieren, sofern sie die Kriterien erfüllen.

Möglichkeiten zum Jobben während des Studiums

Viele Studierende nehmen kleinere Jobs an, um ihr Budget aufzubessern. Als EU-Bürger haben Sie das Recht, in Italien legal ohne zusätzliche Genehmigungen zu arbeiten. Beliebt bei jungen Leuten sind Jobs in der Gastronomie (Kellner, Barista, Küchenhilfe) – die Stundenlöhne liegen bei etwa 7–10 €. Einzelhandelsgeschäfte bieten etwas niedrigere Löhne – ca. 6–9 € pro Stunde. Viele Studierende geben Nachhilfe (z.B. unterrichten Englisch oder andere Sprachen – die Sätze können attraktiv sein) oder kümmern sich um Kinder (Au-pair) in lokalen Familien. Die Universität hilft auch, Berufserfahrung zu sammeln – es besteht die Möglichkeit, bezahlte Praktika zu absolvieren, die oft ein monatliches Gehalt von 500–800 € bieten. Darüber hinaus bietet die UniBo das sogenannte „150-Stunden-Programm“ an – Studierende können maximal 150 Stunden pro Jahr für die Universität arbeiten (z.B. in der Bibliothek, in der Verwaltung, als Betreuer von Computerräumen) und erhalten dafür eine Vergütung. Dies ist eine großartige Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen und sich gleichzeitig in das Universitätsleben zu integrieren und die italienische Sprache zu verbessern. Angebote für solche Jobs und Praktika werden auf dem Job Placement-Portal der UniBo veröffentlicht, das Studierende und Absolventen mit Arbeitgebern zusammenbringt. Der Schlüssel ist, Arbeit und Studium geschickt zu vereinbaren – mit gutem Zeitmanagement verbinden viele Studierende erfolgreich Universitätskurse mit Teilzeitarbeit und sammeln dabei wertvolle Erfahrungen und Mittel für den Lebensunterhalt.

Berufliche Möglichkeiten nach dem Studium

Karriereperspektiven für Absolventen

Ein Abschluss der Universität Bologna ist weltweit anerkannt und geschätzt, was sich in guten Beschäftigungsaussichten für ihre Absolventen niederschlägt. Die Universität achtet aktiv darauf, dass Studierende nach Abschluss ihres Studiums auf den Arbeitsmarkt vorbereitet sind – sowohl durch praxisnahe Ausbildungselemente als auch durch ein umfassendes Karrierebüro. In Rankings zur Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen (Graduate Employability) nimmt die UniBo sehr hohe Positionen ein – laut QS Graduate Employability Rankings gehört sie zu den 100 besten Universitäten der Welt in Bezug auf die Karriere ihrer Absolventen. Arbeitgeber schätzen Absolventen aus Bologna für ihre solide fachliche Vorbereitung und ihre ausgeprägten Soft Skills, an denen die Universität bewusst arbeitet (z.B. Teamfähigkeit, interdisziplinäre Projekte). Bis zu 90% der Masterabsolventen finden innerhalb eines Jahres nach Studienabschluss eine Anstellung – ein Wert, der über dem europäischen Durchschnitt liegt.

Zusammenarbeit mit Arbeitgebern

Die Universität Bologna zeichnet sich durch enge Beziehungen zum wirtschaftlichen Umfeld aus. Laut QS belegt sie den 18. Platz weltweit in Bezug auf den Indikator für Partnerschaften mit Arbeitgebern. Die Universität arbeitet mit vielen Unternehmen und Institutionen zusammen und bietet Studierenden Praktika, Forschungsprojekte mit der Industrie sowie Studienbesuche an. In der Region Emilia-Romagna sind viele Unternehmen aus den Bereichen High-Tech, Automobil, Lebensmittel oder Finanzen tätig, die gerne junge Talente von der UniBo rekrutieren. Zum Beispiel finden Absolventen der Informatik oder des Ingenieurwesens Anstellungen bei Unternehmen wie Lamborghini oder Ducati (Automobil), und Wirtschaftswissenschaftler und Juristen in Konzernen wie UniCredit oder Ferrari. Viele Absolventen internationaler Studiengänge aus Bologna landen bei Organisationen wie den Vereinten Nationen oder EU-Institutionen in Brüssel. Zu den Arbeitgebern, die Alumni der UniBo einstellen, gehören globale Beratungsfirmen (z.B. Accenture, PwC, Ernst & Young), Pharmaunternehmen (Bayer, Merck), internationale Organisationen (FAO der UN) oder innovative Start-ups. Dieses breite Spektrum an Branchen zeigt, dass ein Abschluss der Alma Mater unabhängig vom Studiengang Türen zu verschiedenen Karrierewegen öffnet.

Unterstützung beim Berufseinstieg

Die Universität bietet ein umfassendes Karrierebüro (Job Placement Office), das Studierenden und frischgebackenen Absolventen beim Berufseinstieg hilft. Regelmäßig werden Jobmessen und Rekrutierungsveranstaltungen organisiert, bei denen man potenzielle Arbeitgeber kennenlernen kann. Es gibt eine Online-Plattform, auf der Stellen- und Praktikumsangebote speziell für UniBo-Studierende sowie Profile von Partnerunternehmen der Universität veröffentlicht werden. Das Karrierebüro bietet auch Workshops zum Verfassen von Lebensläufen, Vorstellungsgesprächssimulationen und Berufsberatung an – man kann seine Karrierepläne mit einem Berater besprechen, der Tipps gibt, welche Fähigkeiten noch entwickelt werden sollten. Darüber hinaus ist das Alumni-Netzwerk ein starker Vorteil. Viele ehemalige Studierende bleiben über Alumni-Vereinigungen mit der Alma Mater in Kontakt – so können aktuelle Studierende auf Mentoring oder Ratschläge von Personen zählen, die bereits Karriere in einem bestimmten Bereich gemacht haben. Eine solche Gemeinschaft und die Tradition einer „alten Universität“ führen manchmal zu Präferenzen bei der Einstellung – ein Absolvent der Universität Bologna kann auf ein gewisses Vertrauen seitens eines Personalvermittlers zählen, der ebenfalls Absolvent dieser Universität ist.

Erfahrungen von Absolventen

Viele deutsche Absolventen der Universität Bologna betonen, dass der Abschluss dieser Universität ihnen auf dem Arbeitsmarkt Flügel verliehen hat. Nach der Rückkehr nach Deutschland werden Absolventen für ihre im Ausland gesammelten Erfahrungen und Sprachkenntnisse geschätzt. Personen, die in Italien geblieben sind oder weitergereist sind, setzen oft ihre wissenschaftliche Karriere fort (die UniBo ist ein hervorragendes Sprungbrett für eine Promotion an anderen renommierten Universitäten) oder machen eine internationale Karriere in Konzernen. Zum Beispiel kann eine Absolventin der Wirtschaftswissenschaften aus Bologna bei Citi in London arbeiten, und ein Ingenieur der UniBo bei Airbus in München. Ein großer Pluspunkt des Bologneser Diploms ist das breite Kontaktnetzwerk – Studienfreunde, die über die ganze Welt verstreut sind, werden zu wertvollen Geschäftskontakten. Eine Studie zeigt, dass UniBo-Absolventen besonders gut abschneiden in Bezug auf ihre Reputation bei Arbeitgebern und ihre beruflichen Erfolge. Mit anderen Worten: Ein Studium in Bologna ist eine Investition, die sich in der Zukunft auszahlt.

Praktische Tipps

Vorbereitungen vor der Abreise

Die Entscheidung für ein Studium in Bologna ist der Beginn eines aufregenden Abenteuers, aber bevor Sie die Koffer packen, kümmern Sie sich um einige praktische Dinge. Dokumente: Stellen Sie sicher, dass Sie alle Dokumente haben, die Ihre Zulassung zum Studium bestätigen (Letter of Acceptance), sowie Kopien Ihrer Bewerbungsunterlagen – diese können bei der Erledigung von Angelegenheiten vor Ort nützlich sein. Bereiten Sie mehrere Sätze Ihrer Bildungsdokumente (Zeugnisse, Diplome) vor – in Italien werden manchmal zusätzliche Kopien oder Übersetzungen bei der Einschreibung benötigt. Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC): Die Beantragung der EHIC bei Ihrer Krankenkasse ist notwendig – sie berechtigt Sie zur grundlegenden medizinischen Versorgung in Italien. Nach Ihrer Ankunft in Bologna können Sie sich auch als vorübergehender Bewohner beim italienischen Gesundheitsdienst (SSN) anmelden, was Ihnen vollen Zugang zur Versorgung ermöglicht (für EU-Studierende oft kostenlos oder gegen eine symbolische Jahresgebühr). Finanzen: Eröffnen Sie ein Bankkonto mit einer Karte, die Ihnen günstige Euro-Abhebungen in Italien ermöglicht – so vermeiden Sie hohe Gebühren. Es ist eine gute Idee, eine bestimmte Summe Bargeld für den Start mitzunehmen (z.B. 500 €), da am Anfang Ausgaben wie Mietkaution, erste Einkäufe usw. auf Sie warten. Wohnungssuche: Wenn Sie kein Wohnheimzimmer haben, sollten Sie in Erwägung ziehen, 1-2 Wochen vor Semesterbeginn anzureisen und vorübergehend z.B. in einem Hostel zu wohnen – um in Ruhe vor Ort ein Zimmer zu suchen (und es persönlich zu besichtigen). Online-Angebote entsprechen nicht immer der Realität, daher ist Vorsicht geboten.

Erste Formalitäten vor Ort

Als EU-Bürger benötigen Sie kein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis – für einen legalen Aufenthalt in Italien genügt ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Bei einem Aufenthalt von mehr als 90 Tagen ist jedoch die Anmeldung (registrazione) beim italienischen Einwohnermeldeamt obligatorisch. In Bologna müssen Sie sich an das Ufficio Anagrafe wenden und Ihren Aufenthalt registrieren lassen – Sie benötigen einen Ausweis, eine Bestätigung der Universität über Ihre Zulassung zum Studium und Ihre Wohnadresse. Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bescheinigung über das Aufenthaltsrecht eines EU-Bürgers. Es ist auch ratsam, sich den Codice Fiscale zu besorgen – die italienische Steuernummer (vergleichbar mit der deutschen Steuer-ID), die oft beim Abschluss von Mietverträgen, der Beantragung einer Telefonkarte oder der Nutzung medizinischer Dienste erforderlich ist. Den Codice Fiscale erhalten Sie beim örtlichen Finanzamt (Agenzia delle Entrate) – das Verfahren ist kostenlos. Der nächste Schritt ist der Studentenausweis – an der UniBo gibt es eine elektronische Smartcard, die Sie nach der Immatrikulation im Dekanat abholen können. Sie dient gleichzeitig als Bibliotheksausweis und Mensakarte und berechtigt zu Ermäßigungen (z.B. in Museen, Kinos).

Integration in die lokale Gemeinschaft

Das Leben in einem fremden Land kann anfangs eine Herausforderung sein, aber Bologna ist eine Stadt, die Ausländern gegenüber äußerst freundlich ist. Sprache: Obwohl viele Menschen an der Universität Englisch sprechen, versuchen Sie, grundlegendes Italienisch zu lernen – selbst einfache Sätze erleichtern den Alltag (Einkaufen, nach dem Weg fragen) und werden von den Einheimischen positiv aufgenommen. Nutzen Sie die kostenlosen Italienischkurse an der Universität sowie die täglichen Lerngelegenheiten – sprechen Sie mit Nachbarn, dem Verkäufer auf dem Markt, Kommilitonen. In Bologna gibt es auch ein Sprachtandem – ein Sprachpartnerprogramm, bei dem Sie jemandem Englisch/Deutsch im Austausch für Italienisch beibringen können. Kultur und Bräuche: Italiener haben einen anderen Tagesrhythmus – z.B. wird das Mittagessen später als in Deutschland eingenommen (Mittagessen ca. 13-14 Uhr, Abendessen oft erst um 20 Uhr). Sonntags sind die meisten Geschäfte geschlossen, und die Ferien (August) sind die Zeit der ferie – die Stadt leert sich etwas. Es lohnt sich, diese Bräuche kennenzulernen und sich anzupassen (z.B. vor Sonntag Lebensmittel einzukaufen). Menschen: Die Bologneser sind bekannt für ihre Gastfreundschaft und Offenheit. Wundern Sie sich nicht, wenn ein Unbekannter im Zug ein Gespräch beginnt – das ist normal. Besuchen Sie Studentenveranstaltungen, engagieren Sie sich – je mehr Beziehungen Sie knüpfen, desto schneller werden Sie sich wie zu Hause fühlen. Eine gute Idee ist es, Freundschaften mit anderen Deutschen in Bologna zu schließen (schon allein zur Unterstützung in der Muttersprache) – suchen Sie nach Facebook-Gruppen für Deutsche in der Region Emilia-Romagna. Denken Sie jedoch daran, sich nicht in einer „Blase“ zu verschließen – nutzen Sie die Gelegenheit, Menschen aus verschiedenen Ländern kennenzulernen.

Alltagstipps

Einige praktische Ratschläge von älteren Studierenden: Transport – besorgen Sie sich ein Fahrrad (gebraucht bekommen Sie eines für ca. 50 €), es ist nützlich, aber schließen Sie es immer mit einem stabilen Schloss an (Fahrraddiebstähle sind ein Studentenproblem). Essen – probieren Sie die lokale Küche! Kosten Sie Tagliatelle al ragù (das originale „Spaghetti Bolognese“), Tortellini, Mortadella und natürlich Gelato. Mittagessen in der Mensa sind günstig, aber manchmal lohnt es sich, mit Freunden in eine traditionelle Trattoria zu gehen – ein kulinarisches Erlebnis ist garantiert. Reisen – nutzen Sie die zentrale Lage Bolognas in Italien: Mit dem Zug erreichen Sie Florenz in einer Stunde, Mailand oder Rom in zwei Stunden (bei frühzeitiger Buchung gibt es Tickets schon ab 20 €). Die Region Emilia-Romagna bietet ebenfalls viele Attraktionen – ein Wochenende an der Adria in Rimini oder ein Ausflug in die Berge sind zum Greifen nah. Sicherheit – Bologna ist sicher, aber wie überall, achten Sie in belebten Gegenden auf Ihre Dokumente und Ihr Portemonnaie. Bei Problemen gibt es an der Universität eine Informationsstelle für internationale Studierende, wo Sie Hilfe erhalten. Zuletzt das Wichtigste: Nutzen Sie das Studentenleben in Bologna in vollen Zügen. Diese Stadt kann Herzen erobern – sie bietet Bildung auf höchstem Niveau und gleichzeitig viel Lebensfreude, Kultur und zwischenmenschliche Beziehungen. Ein Abschluss der Universität Bologna wird ein wertvoller Vorteil in Ihrem Lebenslauf sein, aber ebenso wertvoll werden die Erinnerungen und Erfahrungen sein, die Sie während einiger Jahre an diesem magischen Ort sammeln werden. Viel Erfolg!


Planen Sie ein Studium an der Universität Bologna oder einer anderen renommierten europäischen Hochschule? Das Team von College Council hilft Ihnen durch den gesamten Bewerbungsprozess – von der Studienwahl und der Dokumentenvorbereitung über die Vorbereitung auf Aufnahmeprüfungen (SAT, IELTS, IMAT) bis hin zum Verfassen des Motivationsschreibens. Bereiten Sie sich auf den SAT-Test mit Prepclass.io vor – einer Plattform, die speziell für Schüler entwickelt wurde, die sich an ausländischen Universitäten bewerben.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist es schwer, an der Universität Bologna aufgenommen zu werden?

Die allgemeine Akzeptanzrate an der UniBo liegt bei ca. 73 %, was ein relativ hoher Wert ist. Es ist jedoch zu beachten, dass Studiengänge mit begrenzten Studienplätzen (z.B. Medizin, Architektur) einen deutlich höheren Wettbewerb aufweisen und zusätzliche Aufnahmeprüfungen wie den IMAT erfordern. Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Vorbereitung der Dokumente und der fristgerechten Erledigung der Formalitäten.

Wie hoch sind die Studiengebühren an der Universität Bologna?

Die jährlichen Studiengebühren betragen ca. 150 bis 3500 Euro, abhängig vom Studiengang und der finanziellen Situation des Studierenden (im Durchschnitt ca. 2100 Euro pro Jahr). Die Universität wendet das ISEE-System an, wodurch Studierende mit geringerem Einkommen ermäßigte Studiengebühren oder eine vollständige Befreiung von den Gebühren erhalten können. Zusätzlich gibt es die Stipendien Unibo Action 1 und 2 für die besten internationalen Bewerber.

Kann man an der Universität Bologna auf Englisch studieren?

Ja – die UniBo bietet über 90 Programme an, die vollständig auf Englisch unterrichtet werden, auf verschiedenen Studienstufen (Bachelor, Master, Promotion). Dazu gehören unter anderem Wirtschaft, Internationale Beziehungen, Ingenieurwesen, Informatik und sogar ein 6-jähriges medizinisches Programm Medicine and Surgery.

Welche Dokumente muss ein deutscher Bewerber vorbereiten?

Ein deutscher Bewerber benötigt ein Abiturzeugnis (oder ein Bachelor-Diplom für Masterstudiengänge), übersetzt ins Italienische oder Englische und mit einer Apostille versehen, ein Sprachzertifikat (z.B. IELTS min. 6.0 oder TOEFL min. 80 Punkte), ein im Studenti Online System ausgefülltes Bewerbungsformular und für einige Studiengänge – ein Motivationsschreiben und Empfehlungsschreiben.

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten für Studierende in Bologna?

Das durchschnittliche monatliche Budget eines Studierenden beträgt ca. 800–1200 Euro. Die größte Ausgabe ist die Unterkunft: ein Platz im Wohnheim ab 250 Euro, ein Privatzimmer 350–500 Euro pro Monat. Ein Mittagessen in der Universitätsmensa kostet 4,50–6 Euro, und ein Monatsticket für öffentliche Verkehrsmittel kostet 27 Euro.

Kann ein deutscher Student während des Studiums in Bologna arbeiten?

Ja – als EU-Bürger haben Sie das Recht, in Italien legal ohne zusätzliche Genehmigungen zu arbeiten. Beliebte Optionen sind Arbeit in der Gastronomie (7–10 Euro/Stunde), Nachhilfeunterricht sowie das universitäre „150-Stunden-Programm“, bei dem Studierende für die Universität arbeiten und dafür eine Vergütung erhalten.

Welche Berufsaussichten bietet ein Abschluss der Universität Bologna?

Die UniBo gehört zu den 100 besten Universitäten der Welt in Bezug auf die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Absolventen (QS Graduate Employability Rankings). Bis zu 90 % der Masterabsolventen finden innerhalb eines Jahres nach Studienabschluss eine Anstellung. Absolventen arbeiten in Unternehmen wie Lamborghini, Ducati, Ferrari, UniCredit, Accenture, PwC oder internationalen Organisationen.

Wie unterscheidet sich die Universität Bologna von anderen italienischen Hochschulen wie Bocconi oder Politecnico di Milano?

Die UniBo ist eine vielseitige öffentliche Universität mit dem breitesten Studienangebot in Italien (über 200 Programme), während sich Bocconi auf Wirtschaft und Business spezialisiert und das Politecnico di Milano auf technische Wissenschaften und Ingenieurwesen. Die UniBo zeichnet sich durch ihre Geschichte (älteste Universität der Welt, gegründet 1088), ihr Multicampus-Modell (5 Städte) und ihre höchste akademische Reputation unter den öffentlichen italienischen Hochschulen aus.


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